|
Traumtänzer als Stabpuppe Peer Gynt trägt Sackleinen um die Schultern, hat rötliches Wollhaar und eine neugierige lange Nase, die er nur dann traurig mit seiner großen Hand verdeckt, wenn das Philharmonische Orchester die getragene Weise von Mutter Aases Tod spielt. Und angelehnt an die bleiche Solveig ruht Peer schließlich zu deren Wiegenlied von seinen Irrfahrten aus. Als "Kinderkonzert angekündigt, ging Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite am Sonntag im Neuhaussaal über die Bühne, musikalisch schön erarbeitet von Regensburgs neuem Korrepetitor und Dirigenten Winfried Mitterer, mit der Sopranistin Sally du Randt für die Solveig-Lieder glänzend besetzt und mit der jungen Schauspielerin Bettina Schönenberg am Textpult. Und - ja, mit Stabpuppen, die Sebastian Roser und Gudula Zientek virtuos führten. Die reizvolle Kombination von Puppenspiel, Orchesterfassung, Vokaleinsatz und gerafftem Text nach Henrik Ibsens Drama lockte neben vielen Kindern mit ihrem Eltern auch jede Menge erwachsene Liebhaber von Griegs Kompositionen zur Matinee in den Neuhaussaal. Sie wurden nicht enttäuscht. Neben dem Protagonisten Peer Gynt hatte Sebastian Roser, Bildhauer, Kunstgeschichtler und Puppenbauer noch viele weitere Puppen gefertigt. Mit einfachsten Mitteln gestaltet, erweckten sie durch das gekonnt verhaltene Spiel Rosers und Zienteks während der Textpassagen die Geschichte des ungebärdigen Traumtänzers Peer zum Leben. Musik, Text und Puppenspiel ließen der Fantasie der begeisterten Gäste noch genug Freiraum. Ein gelungenes Experiment, Kinder - und Erwachsene - an qualitätvolle Musik heranzuführen. (Peter Klewitz,, "Der Neue Tag" vom 5. März 2002) |
|
|